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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ruanda im september - dann wenn es langsam zu regnen beginnt


theplank
06.08.2007, 16:54
nachdem midwife eva bis ende september ihrem namen ehre erweisend in
uganda kinder ans licht der welt zerren wird, werde ich ihr zu septemberbeginn
einen besuch abstatten. gemeinsam geht es dann auf 10 tage nach ruanda.

ich habe absolut keine ahnung von schwarzafrika (btw ist es mir wurscht ob
diese bezeichnung pc ist oder nicht, daher bitte dazu keine sinnbefreite
diskussion). sollte daher jemand reiseerfahrungen, die über malariaschutz,
impfungen, geldwechsel, gorilla- und sonstigen menschenaffenvoyeurismus
hinausgehen, haben, so bitte ich um publikation. besonderes interesse habe
ich an empfehlenswerten hotels respektive anderen unterbringungsmöglichkeiten
an den gestaden des tivu sees und in der gegend der vulkane (was sonst
nach einem sizilienbesuch) im nordwesten des landes.

an literatur habe ich kurzfristig bereits inhaliert:
- rosamond halsey carr, land of a thousand hills: my life in rwanda
- christoph lübbert, uganda ruanda reise know how
- heiko hooge, uganda / ruanda reiseführer

was ist denn sonst noch empfehlenswert?

dank gegebenenfalls im voraus

wolfgang

ime
06.08.2007, 17:08
In Kampala hatte ich einmal einen Kontakt. Wenn du ihn brauchst, kann cih versuchen, den zu reaktivieren (ist aber auch schon lang her). Der öst. HKons dort war auch nett (so in unserem/deinem Alter, "langhaarig").

Sonst können sie dir vielleicht auch im EZA-Koordinatiosnbüro in Kampala helfen (sind auch für Ruanda zuständig):

Click (http://www.aussenamt.at/view.php3?r_id=204&LNG=de&version=&dv_staat=183)

HTH,
ime

theplank
06.08.2007, 17:31
servus ime!

danke für eza-kampala, man weiß ja nie ...
kampalig bis ugandig ist hebämmchen bestens über die msf-partie versorgt.
eva und ich treffen einander nur in entebbe/kampala, am nächsten tag geht
es gleich zu den ganz wilden nach ruanda.

mes kompliments à la gattin

wolfgang

theplank
07.08.2007, 09:05
halt, noch was:

es gibt angeblich eine garmintaugliche karte von afrika. allerdings kostet
das trum unseelige geldmengen (> eur 240,00). sollte jemand
brauchbare karten (zum ansehen) haben?
ich sag's gleich: am gratismapserver gibt es nichts.

habe d'ehre

Vagabund
07.08.2007, 10:31
halt, noch was:

es gibt angeblich eine garmintaugliche karte von afrika. allerdings kostet
das trum unseelige geldmengen (> eur 240,00). sollte jemand
brauchbare karten (zum ansehen) haben?
ich sag's gleich: am gratismapserver gibt es nichts.

habe d'ehre

Hab da was gefunden. Obs was wert ist weiss ich nicht.

Rwanda (http://mapcenter.cgpsmapper.com/maplist.php?cnt=186&rgn=)

Vagabund

theplank
07.08.2007, 13:17
die hab' ich gestern gesehen. allerdings war gestern ein korrekter
download des zip archivs nicht möglich (beim entzippen: "datei
beschädigt"). heute scheint es zu gehen. dank nochmals für den tip, ich
hätte es kein zweites mal versucht!

ich werde mir daheim das trum einmal ansehen und bescheid geben. von
der größe her (rd. 2 mb), sollte schon information da sein, zumal ja
ruanda nicht gerade eine riesenstaaat ist ...

mes compliments

wolfgang

theplank
07.08.2007, 13:21
so, hab' mir grad die angegebenen koords angesehen.
riecht nicht gerade wirklich nach ruanda welches ja nicht gerade weit des äquators liegt

mausbiber
08.08.2007, 11:50
mein freund war voriges jahr jängere zeit in ruanda. er ist ort ohne veranstalter mit seiner HAL herumgefahren (natürlich mit örtlichen bussen und zugehörigen erlebnissen) er kommt in der nächsten woche wieder aus dem diesjährigen afrika besuch zurück. wenn du magst werd ich euch kurzschließen??

theplank
08.08.2007, 12:24
klingt überaus interessant, bitte darum!

mausbiber
08.08.2007, 17:56
okidoki!

theplank
09.08.2007, 10:26
Hab da was gefunden. Obs was wert ist weiss ich nicht.

Rwanda (http://mapcenter.cgpsmapper.com/maplist.php?cnt=186&rgn=)

Vagabund

gestern installiert (recht lustig ohne .reg- und .tdb-datei) und leider wie
befürchtet leningrad (!) groß am schirm gehabt - das war's wohl ...

Vagabund
09.08.2007, 12:58
gestern installiert (recht lustig ohne .reg- und .tdb-datei) und leider wie
befürchtet leningrad (!) groß am schirm gehabt - das war's wohl ...

Der Name hat schon den Anschein gemacht als könnte das vielleicht nicht Ruanda sein. Ein Versuch wars wert.

theplank
09.08.2007, 13:01
gestern installiert (recht lustig ohne .reg- und .tdb-datei) und leider wie
befürchtet leningrad (!) groß am schirm gehabt - das war's wohl ...

Der Name hat schon den Anschein gemacht als könnte das vielleicht nicht Ruanda sein. Ein Versuch wars wert.
jedenfalls! wäre zu schön gewesen aber schließlich mußte ich mir ja auch
wieder in erinnerung rufen, wie man eine karte ohne mitgelieferter .reg
und .tdb-datei installiert :-)

tomduck
10.08.2007, 12:31
bei stadtplanwerk.de im onlineshop gibts relativ günstige karten (15 euros), allerdings habe ich ruanda jetzt nicht gesehen - tansania (den nachbarstaat) gibt's allerdings - vielleicht ist ja da ruanda auch dabei...

Vagabund
11.08.2007, 19:39
jedenfalls! wäre zu schön gewesen aber schließlich mußte ich mir ja auch
wieder in erinnerung rufen, wie man eine karte ohne mitgelieferter .reg
und .tdb-datei installiert :-)

Warum so kompliziert. Ansehen kannst das img file mit Mapedit. Und zum Installieren brauchst auch nur das img file und das Freewareprogramm img2gps.

Alles ganz einfach.

wolfilein
14.09.2007, 16:55
so, nachdem mich the plank mitgenommen hat, schicke ich euch allen
einmal liebe gruesse gerade noch aus ruanda, denn morgen geht es
back nach kampala/uganda und am sonntag via amsterdam nach wien.

the plank und die hebamme haben in kigali einen cache gelegt und werden
versuchen diesen bei erik durchzubringen - schau ma amal ...

in disem sinne verabschiedet sich das wolfilein aus dem hotel des mille
collines in kigali und schickt euch allen lieben ein dickes [s:19cf57233c]neger[/s:19cf57233c]
schwarzafrikanerbussi - halt, eigentlich ein busungubussi - und tschuess!

ime
14.09.2007, 21:14
Gruss an die beiden und Dank für die Nachrichten (SMS ist angekommen)!

ime
19.09.2007, 10:43
Was anderes: der Titel ("langsam") hat ja heuer nicht gestimmt - war das für euch noch merkbar?

theplank
19.09.2007, 11:04
habe d'ehre. ich arbeite gerade (naja, eher daheim) an einem
reisekurzbericht. aber bereits vorweg: die kurze regenzeit sollte erst mit
ende september beginnen, tat dies aber laut eva zumindest in norduganda
(gulu) schon bereits in der letzten augustwoche. dementsprechend sieht
es dort und vor allem noch weiter im norden afrikas (bis in die sahelzone
hinein) aus. im nordosten ugandas ersaufen derzeit die leute (dzt. > 200 tote).
in ruanda ist die situation nicht dramatisch, aber auch dort begann das
theater drei wochen zu früh und so genossen wird jeden nachmittag, so
gegen 16:00, einen rd. 30 minütigen (gewitter-)guß der allerheftigsten sorte.

theplank
20.09.2007, 14:24
so, nun ein reisebericht uganda + ruanda

abflug vie mit klm um 07:00 ankunft ams 09:00, abflug ams 11:00 ankunft ebb (entebbe) 20:15
flieger ams - ebb airbus 330-200, gutes essen, gute musi und gute videos und filme. die zeit
verging also recht flott. einreisevisum für uganda (einfach) kostet usd 60,00 und ist vollkommen
problemlos in ebb zu bekommen. die fahrt von ebb nach kampala erfolgt auf einer 35 km langen,
beidseitig von hütten, unterständen und häusern gesäumten straße. dabei macht man gleich die
ersten automitfahrenden erfahrungen, wem auch immer sei dank war es bereits dunkel.

interludium
autofahren funktioniert ungefähr so:
stelle dir eine zweispurige gegenverkehrhochschaubahn vor. jetzt stelle dir noch vor, daß beide
richtungen nicht ihre geleise sonders das durch die beiden mittelschienen gebildete gleis verwenden.
weiters sind alle 50 m ausweichweichen auf das ursprünglich zugedachte gleis eingebaut. nun rasen
zwei autobusse bzw. autos mit gemessenen 120 km/h aufeinander zu. die letztmögliche
ausweichweiche wird genutzt und sofort nach passieren des gegnerischen fahrzeuges wieder auf
das mittelgleis geschwenkt. eventuell irrtümlich noch vorhandene mopedisten oder radfahrer werden
einfach aufs straßenbankett gedrängt. daß dort natürlich knöcheltiefer schlamm oder kindskopfgroße
steine zu finden sind kümmert den bus- bzw. autofahrer keineswegs. irgendwie sieht es ja auch lustig aus,
wenn das vorderrad eines fahrrades gegen einen stein prallt oder bis beinahe zur nabe im gatsch stecken
bleibt und der fahrer einen kleinen purzelbaum schlägt.

dank eva waren wir für 2 nächte in kampala im etwas außerhalb des zentrums liegenden msf uganda (http://www.aerzte-ohne-grenzen.at/site/global/region.html?id=112) guesthouse
untergebracht. kampala (http://de.wikipedia.org/wiki/Kampala) ist eine ziemlich große stadt, die sich über mehrere hügel
und die dazwischenliegenden täler erstreckt. am folgenden morgen hat uns der msf-fahrer in die stadt mitgenommen.
ebendort haben wir gleich einmal einen kleinen wegabschneidenden spaziergang in einem slum gemacht.
eine interessante erfahrung, zumindest für mich - eva kennt das ja aus diversen flüchtlingslagern.
mzungu-mzungu-rufe (http://en.wikipedia.org/wiki/Mzungu) von allen zwischen wiege und bahre. seit dem habe ich definitiv keine bedenken mehr
schwarze als schwarze zu bezeichnen - bezeichnen sie mich doch auch als weißen.
bei einem einkaufszentrum (garden city, kein schmarren nicht!) einen cache gesucht und einen indischen
wein- und schnapshändler, jedoch nicht den cache, gefunden. waragi gin wurde fortan mein täglicher begleiter
durch den tag, schließlich will das essen ja noch im magen desinfiziert werden ...
am morgen des nächsten tages, so gegen 09:00, sollte es dann mit dem bus in
9 stunden von kampala nach kigali (ruanda) gehen. sollte es,
denn an der grenze war einmal schluß damit. ausreise aus uganda kein problem, einreise nach ruanda sollte
für mich gegen bezahlung von usd 50,00 kein problem sein. eva wollte sich, so wie ich, einen internet-antrag
auf erteilung einer einreiseerlaubnis besorgen. sie hat den antrag auch abgeschickt jedoch keine antwort
bekommen (ich schon). wir dachten, daß das ohnehin ein unnötiger wisch ist, schließlich kommt er per
mail-attachment unsigniert daher ... eine falsche überlegung. und so standen nunmehr eva, ein italienischer
jüngling mit freundin und 3 chinesen an der grenze ohne einreisen zu dürfen. ein echter spaß, denn unterdessen
setzte auch heftiger regen ein und der bus mit dem wir unterwegs waren zog es vor auf der strecke zwischen
grenze und kigali (noch rund 60 km) naß zu werden.

nach zwei stunden des herumtelefonierens (es war freitag, so gegen 17:00) zwischen grenzposten, innenministerium,
einwanderungsministerium und tourismusministerium durften wir dann gegen 18:45 nach einer kurzen belehrung,
daß er kein persönliches interesse hätte unsere einreise zu verunmöglichen, sich jedoch an die vorschriften zu
halten hätte (salbader, salbader) einreisen. seit diesem moment liebe ich unsere schlitzäugigen freunde aus dem
osten aufrichtig und gehe mindestens einmal wöchentlich chinesisch essen - sie nahmen uns im pick up nach kigali mit.

daher das korrekte vorgehen für österreicher bei der einreise nach ruanda:
1. nicht das konsulat in .at anrufen. der mann ist vollkommen unfähig und erklärt dir sofort, daß er keine visa
ausstellt und du dich gefällig an die ruandesische botschaft in berlin wenden sollst.
2. nicht die ruandesische botschaft in berlin anrufen. die frau dort ist vollkommen unfähig und erklärt dir, daß
du das visum an der grenze problemlos bekommst, du aber zur sicherheit dir die seiten des ruandesischen
einwanderungsministeriums ansehen sollst.
3. die seite (http://www.migration.gov.rw/) besuchen, herumstöbern und entry facility (http://www.migration.gov.rw/EntryFacility/entryfacility.php) finden.
ausfüllen, abwarten, kontrollieren ob man auch das richtige zurückbekommt (ich bekam zuerst den schrieb
für einen herren aus indien ...), den wisch ausdrucken und an die grenze mitnehmen.

so nachdem wir also somewhat kaputt in kigali (http://en.wikipedia.org/wiki/Kigali) einlangten, suchten wir ein hotel (okapi) und fanden ein
dreckloch von einem wasserlosen zimmer. nach diversen reklamationen siedelten wir dann in ein
kleineres dreckloch von zimmer allerdings mit sogar warmwasser um (usd 30,00/zi/nacht). das okapi
ist in der budget preisklasse also zu vergessen. immerhin konnten wir den preis aber noch auf
usd 20/zi/nacht herunterhandeln. das essen hingegen und das service war recht gut. das service
brachte uns allerdings auf die sich später als vollkommen irrig (immerhin sind die 3 offiziellen
landessprachen kinyarwanda, französisch, englisch) erweisende idee, daß man landesweit entweder
französisch oder aber zumindest englisch sprechen würde, dazu später mehr. kigali ist von der
anlage her absolut mit kampala zu vergleichen, allerdings wesentlich kleiner. rd. 1 mio kigalesen
bewohnen die extrem hügelig angelegte stadt. einen ebenen 500 m weg wird man nicht finden.
am nächsten tag besuchten wir das genocide memorial (http://www.kigalimemorialcentre.org/), welches
wie der name schon besagt,
sich mit dem völkermord der hutus an den tutsis im jahre 1994 beschäftigt und diesen
genozid auch in einen historischen kontext - es war immerhin schon der dritte dieser art seit
der entlassung in die unabhängigkeit - setzt. ohne dabei grausliche photos oder filme zu zeigen,
wird einem der absolute terror sehr gut vermittelt. nach dem besuch stand dann ein stadtwandeln
und entdecken am programm. bei dieser gelegenheit wurde auch geld getauscht. die erfindung
des forex bureaus ist eine gute. das ding ist etwas zwischen wechselstube und schwarzwechselstube.
jedenfalls hat es einen irgendwie genehmigten charakter und entbindet einem der angst beim
straßengeldwechsel übers ohr gehaut zu werden. btw etwas, daß bei geringer vorsicht und
beherrschung des zahlenraumes bis 100 ohnehin nicht stattfindet. die dort gebotenen kurse sind
etwas besser als die bankkurse, jedoch etwas schlechter als die der straße. mit französisch
oder englisch und hartnäckigkeit (und spaß ander sache) läßt sich ein wenig an der
kursschraube drehen. eine gute gelegenheit leute und deren städtische sitten kennenzulernen
ist wie überall der besuch eines wirtshauses um die mittagszeit. händler und hackler treffen
einander bei mittagsbuffets (z.b. nile grill), schaufeln sich die teller 15 cm hoch voll (eur 1,50),
trinken ein, zwei biere (omnipräsentes guinness!), tratschen, bohren genußvoll in zähnen
und nase und gehen wieder ihren geschäften nach.

am folgetag begann dann das wahre reiseabenteuer. auf den am vortag reservierten sitzplätzen
im isuzu kleinbus (wie ein alter vw-bus) ging es von downtown (in wirklichkeit jedoch
uptown) kigali nach cyangugu (http://en.wikipedia.org/wiki/Cyangugu) am südende des kivu sees. der
wagen füllte sich zur abfahrtszeit - und füllte sich - und füllte sich bis dann nach platznahme
vom 19 personen inkl. fahrer nunmehr wirklich keiner mehr hineinpaßte (4 reihen à 4 personen
+ 1 reihe à 3). so ging es dann so an die 6 stunden lang auf sehr guten straßen (von chinesen - ich
liebe sie schon wieder - 1990 erbaut) gen ziel. traumhafte kulturlandschaften zogen
vorüber (alles, aber auch wirklich alles terrain ist kultiviert), ein urwald ward durchfahren
(affen am straßenrand, wir saßen ja im wagen) und der kivu see erreicht. das hotel des chutes
war augenblicklich gefunden und hier begann dann auch der sprachenirrtum zu wirken. die lage
des hotels ist eine exquisite, mit einer terrasse zum see und balkonen ebendorthin. das
zimmer war nach anfänglichen warmwasserproblemen ganz in ordnung, wiewohl das erlangen
des warmwassers mich augenblicklich an den früchten meines 13-jährigen französischlernens
zweifeln ließ. außer der aussage "2 heures" ("zwei stunden") war nichts zum thema warmwasser
zu erfahren (nach drei stunden gab es dann welches). die essensbestellung erwies sich
als nahezu unmöglich. die in französisch verfaßte speisekarte und die daraus resultierenden
oralen bestellungen brachten keinen erfolg. das zeigen auf die entsprechenden
kartenstellen entlockte der kellnerin ein entrücktes lächeln, sorgte jedoch für mindestens 3 maliges
"rückfragen" in einer mir bis heute unverständlichen, fanzösischklingenden dies
jedoch nicht seienden sprache. irgendwann gibt man dann auf und ergibt sich in sein essensschicksal.
irgendein minderwertiges essen wurde dann auch serviert. zu diesem zeitpunkt war mein
nahrungsforderungswillen allerdings schon gebrochen ... nach dem essen wurde seitens einer
dame die worte "après manger vin" ("nach essen wein")ausgesprochen.
ich vermute einen bisher
vor uns geheimgehaltenen weinkeller und fragte "pourquoi après manger? du vin blanc s'il
vous plait" ("warum nach essen? weißwein bitte"). meine aussage ließ die dame kurz erstarren
und brachte sie nach wenigen sekunden dazu mit den händen waschbewegungen im gesicht
und am körper auszuführen. vor meinem geistigen auge tauchte ein
riesiges fragezeichen auf,
welches nach einigen minuten einem rufzeichen wich. offenbar meinte madame mit "vin" nicht
"wein" sondern aus welchen gründen auch immer (3. ruandesische lautverschiebung?) "laver",
also "waschen". egal, nach dem essen dauerte es dann ohnehin noch eine stunde bis es
warmwasserer gab.

am nächsten tag stellte sich heraus, daß der bus mit dem wir weiterreisen wollten (kibuye,
etwas nördlicher am see) um 07:00 von kamembe (5 km von cyangugu entfernt) losfährt und
um diese tageszeit kein fahrzeug für die 5 km zu bekommen ist.
wir übersiedelten
also nach kamembe ins guesthouse "petite colline". ein schönes guesthouse mit
großen zimmern und warmwasser nach belieben. wir reservierten also unsere busplätze nach
kibuye, erforschten ein wenig die stadt und fanden auch gleich wieder ein spannendes wirtshaus
im hinterhof eines der die hauptstraße säumenden häuser. einmal mehr gutes essen und
guinness und ein wahnwitziger gewitterregenguß, der auch gleich durch teile der lokaldecke
drang ... auch eine außenstelle der ruandesischen nationalbank ward entdeckt, quasi
ein hochsicherheitsgebäude. meiner bitte ein photo machen du dürfen wurde von einer
strengen securitydame nicht nachgekommen. erst ein etwas später erschienener, sehr
freundlicher herr im schwarzen anzug meinte, daß dies kein problem sein sollte. so gelang
mir ein bild mit dem schild der nationalbank an der fassade und einem schwarzen huhn
im hof davor.

die fahrt nach kibuye (http://en.wikipedia.org/wiki/Kibuye) am folgemorgen erwies sich dann als
überaus spannend. der mittelgroße bus, ein geschenk japans (okay, ich gehe nunmehr
auch einmal wöchentlich sushi essen) war keineswegs überbesetzt. auf n plätzen saßen auch
nur n personen, dies allerdings sollte sich dramatisch ändern. nach wenigen stationen
zuerst auf einer chinesischen asphaltstraße und sodann auf einer schotterpiste teilten
sich zumindest 3 personen zwei sitzplätze, im regelfall waren es es jedoch 4.
schwangere, frauen mit kleinstkindern, kinder, männer, frauen ohne kleinst- noch sonstigen
kindern und zwei mzungus bevölkerten in einem wahnsinnsdurcheinander die bänke, den mittelgang,
den boden sowie den gepäckraum - locker geschätzt sage ich einmal an die 80 personen.
nach 5 stunden war der horror dann aber auch schon vorbei und wir mit
jeweils einem eher
großen gepäckstück in kibuye. wir waren dort aber keine taxis, auch keine sammeltaxis,
nur mopedtaxis. wir besetzten jeweils eines davon. evas gefährt wies von vorne nach hinten
folgende beladung auf: riesenreisetasche, fahrer, eva. das meine hingegen: fahrer,
riesentrolley, ich. gerne hätte ich ein photo davon. so ging es dann 5 km ins centre béthanie
direkt am see. ein sehr empfehlenswertes hotel mit traumhaften seeblick. es stehen wahlweise
schlafsäle, zimmer oder reihenhäuser zur verfügung. das service ist gut, die sprachkenntnisse
so weit vorhanden, daß die rezeption ihrer tätigkeit nachkommen kann.
wie üblich ist das
lokalpersonal nahezu gänzlich französisch- und englischbefreit. aber irgendwie ging
es dann doch. die entspanntesten tage wurden hier verbracht. abendliches
gitarrengeklimper dreier amis unter dopeeinfluß, nette gespräche mit
seeentgasenden
franzosen, ... einziger nachteil: die anlage wird von irgendeiner christlich penetrant
missionierenden organisation betrieben. aufgrund der lage, sahen wir jedoch gnädig darüber
hinweg und schließlich mußten wir ja auch für unsere absenz anläßlich des ratzenpapstes
in .at büßen. btw, ganz ruanda ist mit christlichen missionaren verseucht. kerzlschlickerischerer
geht es wohl nur noch im vatikan zu. ganze flugzeugladungen (kein scherz) an
amichristlichsplittergruppen kommen ins land und infizieren (so wie ich mich etwas später)
die bevölkerung mit geistlosen äußerungen zum thema ehe, verhütung, ... .
in kibuye ereilte mich dann auch die erste herpes labialis infektion meines lebens. es tat
ziemlich weg und sah aus als hätte eva mich wieder einmal geprügelt. so ging es also ins
krankenhaus. der portier meinte chirurgie, ich meinte nein, er meinte chef, ich meinte gut.
der spitalschefoberdoktormediziner war dann auch gleich da, schließlich hat man nicht
oft einen mzungu unter der hand. eine ration zovirax wurde verschrieben und meine frage
nach den behandlungskosten quasi weggewischt. schließlich konnte er doch von der
notwendigkeit von einnahmen überzeugt werden und zahlten wir dann als unversicherte rd.
eur 5 für die ordination. ein kleiner beitrag zur tee- bzw. cafékassa verdoppelte dann
den zahlungsbetrag, sehr zur freude der anwesenden. dafür bekamen
eva und ich dann
auch gleich eine führung durch die geburtshilfliche abteilung. midwife eva war von der
qualität der ausstattung der staatlich krankenhäuslichen (http://www.moh.gov.rw/) geburtshilfe
ganz fasziniert. das ruandesische gesundheitssystem scheint ein recht gutes zu sein.
jedenfalls scheint die grundversorgung allerorts garantiert. apotheken oder wenigstens
dispensaires sind in jeder ministadt zu finden, gerade einmal kleindörfer haben keinen medizinisch
ausgebildeten aber zumindest eine art krankenschwester.

tja, von kibuye ging es nach 3 nächten wieder zurück nach kigali wo wir dann noch 2 nächte
im hotel des mille collines (www.millecollines.net/) verbrachten.
etwas luxus zum abschluß wird ja wohl genehmigt sein ...
ach ja, in kigali wurde dann noch schnell evas mobile gefladert und ein
cache beim haus des hr. dr. stadtgründers kandt (http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Kandt) hinterlegt.
vom cacheplatzerl hat man ein guten blick auf das 1930 erbaute, festungsartige
zielgelbaugefängnis. ebendort kann man auch auf distanz die in wirklich kesse rosarote shorts
und leiberln gekleideten genozidverbrecher bewundern. gelegentlich sieht man sie
auch überland arbeitend in plantagen und/oder straßenbau. à propos cache, meister
erik weigert sich standhaft das schatzi freizuschalten. naja, auch kein problem, veröffentlichen
wir es halt bei oc.de ... ach ja, drei gute restaurants haben wir auch noch
gefunden. ein inder
namens "indian khazana" (wie üblich service sprachentgabt, essen top), international bei
"guesthouse iris" und ebenso beim "new cactus".

und noch ganz kurz: am letzten abend in kigali klopft mir ein netter herr auf die schulter und
fragt mich ob ich ihn denn nicht erkenne. meine verneinende antwort wird mit "ich bin der
leitende grenzbeamte mit dem sie verhandelt haben und freue mich, daß es ihnen in ruanda
offenbar so gut gefallen hat, schließlich waren sie ja außer in kigali auch in cyangugu,
kamembe und kibuye!" quittiert ...


von kigali ging es wieder per bus nach kampala und am folgetag per klm wieder gen österreich.

in ganz kurz:
visum uganda problemlos an grenze
visum ruanda entweder via berlin oder an grenze mit entry facility
cash mitnehmen, so gut wie keine cc oder atm möglichkeit in ruanda
usd- oder eur-tausch kein problem.
restcash (ugx oder rwf) entweder spenden oder ebendort rücktauschen. in .at vollkommen sinnlos.
mobile entsperren und lokale (mtn) sim card kaufen, wurscht ob in ug- oder ruanda.
kein mobile roaming .at vs. .rw
moskitonetz (permethrinimprägniert) mitnehmen, nicht überall vorhanden.
medizinische basisversorgung ist schnell zugänglich.
klima: außer rechtsaußen liegt alles über 1.400 m. temp. rd. um 24°c, luftfeuchtigkeit vor regen 80 %, danach 100 %
regenzeit derzeit verschoben, täglicher guß gegen 15:00/16:00, nächtliche gewitter
nur bei sehr hoher streßtoleranz oder sehr viel zeit individualreisend ausschließlich mit öffis.
alternative: kleine reisegruppe oder individualreise mit mietauto und fahrer

litteratur:
biographie: land of a thousand hills: my life in rwanda /rosamond halsey carr und ann howard halsey
genozid: shake hands with the devil: the failure of humanity in rwanda / roméo dallaire und samantha power
reiseführer: rwanda, 3rd: the bradt travel guide / philip briggs

orotl
20.09.2007, 15:59
Pfuhh, wie war das noch mit dem 'klein schreibenden thePlank'?
Würds ja liebend gerne lesen, aber da kriegt man ja http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/k010.gif

orotl

theplank
20.09.2007, 16:22
na wenn du willst, lese ich es dir das nächste mal wenn du in wien bist vor.
oder du kommst fr, sa in die gegend von leutschach - dort wird sich ein teil des the plank teams nämlich aufhalten.

für dich gaaaaaanz kurz:

sche woas, oba unta genau de gleichn voraussetzunga nimma

orotl
20.09.2007, 20:20
na wenn du willst, lese ich es dir das nächste mal wenn du in wien bist vor.
Yup gerne, wenn du versprichst nicht 'klein' zu reden ;)

oder du kommst fr, sa in die gegend von leutschach - dort wird sich ein teil des the plank teams nämlich aufhalten.
Schade, mich ziehts dieses WE eher gen Norden...

sche woas, oba unta genau de gleichn voraussetzunga nimma
Na freut mich - das Erstere klarerweise!

orotl

theplank
21.09.2007, 16:09
so, da ist jetzt der entsprechende (http://www.opencaching.de/viewcache.php?wp=OC426E) oc.de cache.

habe d'ehre

wolfgang